Fahrschulwagen

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Da es für Straßenbahnen keine allgemein gültige Fahrerlaubnis gibt, sondern diese üblicherweise nur für den Betrieb gilt, in dem auch ausgebildet wurde, waren speziell ausgerüstete Fahrschul-Straßenbahnen für die meisten Straßenbahnbetriebe unverzichtbar. Aber was ist das Besondere an so einem Wagen?

Grundsätzlich muss der Fahrlehrer die Möglichkeit haben, alle Handlungen des Fahrschülers überwachen und notfalls eingreifen zu können. Darüber hinaus kann er die meisten der im täglichen Linienbetrieb möglichen Störungen simulieren. Wie das konkret im ehemaligen Fahrschul-Triebwagen 626 der Krefelder Verkehrs-AG (KREVAG) realisiert wurde, wird im Folgenden beschrieben.

Nach der Abstellung der ältesten 8 Stück sechsachsiger DUEWAG-GTW im Jahr 1982 wurde bei der KREVAG aus zwei von ihnen, den Wagen 602 und 606, in der eigenen Werkstatt der Fahrschulwagen 626 gebaut, der ab 1984 bei der Fahrerausbildung zum Einsatz kam. Diese Bahn trat die Nachfolge des Fahrschulwagens 402 an, einem Einrichtungswagen, der aus der ersten Serie 4-achsiger Großraumwagen entstanden war.

"Co-Piloten-Sitz"
Der Platz für den Fahrlehrer befindet sich direkt "im Nacken" des Fahrschülers – von hier aus kann der Lehrer dem Schüler im wahrsten Sinne des Wortes "über die Schulter blicken".

Plätze für den Fahrschüler und den -Lehrer

Um notfalls das Tun des Schülers beeinflussen zu können, hat der Fahrlehrer diese Hilfsmittel zur Verfügung:

  • Zusätzliche Fahrschalterkurbel
  • Pedal für die Sandungseinrichtung
  • Pedal für die Schienenbremse (schaltet gleichzeitig den Fahrstromautomaten aus)
  • Schalter für die Warnglocke
  • "Weichenvorrangtasten", mit denen die Lage von elektrisch verstellbaren Weichen gesteuert werden kann.

Außerdem kann der Fahrlehrer

  • Durchsagen über die Außenlautsprecher vornehmen
  • den Sprechfunk bedienen

Kontrolllampen im Deckenbereich

Insgesamt 7 zusätzliche Kontrolllampen im Deckenbereich des Fahrerplatzes geben dem Fahrlehrer Auskunft darüber, ob

  • der Stromabnehmer abgezogen (also unten) ist
  • der Fahrstromautomat ausgeschaltet ist
  • die Türfreigabe eingeschaltet ist
  • alle Türen geschlossen sind
  • das Fernlicht eingeschaltet ist
  • die Warnblinkanlage eingeschaltet ist
  • der Fahrtrichtungsanzeiger ("Blinker") eingeschaltet ist.

Im Störungssimulationspult hat der Fahrlehrer außerdem noch

  • eine Geschwindigkeitsanzeige im Blickfeld.