Waggonfabrik Uerdingen / Düsseldorfer Waggonfabrik (DUEWAG)

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Die Keimzelle: Das Werk Uerdingen
1898 wurde in der Stadt Uerdingen am Rhein, dem heutigen Stadtteil von Krefeld, die Waggon-Fabrik AG Uerdingen gegründet. Damit fing eine sehr erfolgreiche, aber auch ebenso wechselvolle Unternehmensgeschichte an.

Die Produktion begann ausschließlich mit Eisenbahnwaggons. Bald wurde die Produktpalette aber auch durch Straßenbahnwagen ergänzt. Hier machte sich die Waggonfabrik Uerdingen schnell einen Namen, weil sie sehr früh von den üblichen Holzaufbauten abkehrte und Aufbauten aus Stahl fertigte. Mitte der 1920-er Jahre kamen dann noch Kraftomnibusse, später auch einige Oberleitungsbusse (O-Busse) hinzu. Diese wurden ebenfalls mit Stahlaufbauten hergestellt. Im Eisenbahnbereich wurden ab 1950 die Uerdinger Schienenbusse als "Retter des (Schienen-)Nahverkehrs" legendär.Fabrikschild im 6xGTW 609 der KREVAG, Bj. 1964

Vom Bettgestell zur Straßenbahn: Gebr. Schöndorff, Düsseldorf
Bereits 8 Jahre vor Gründung der Waggon-Fabrik Uerdingen, im Jahr 1890, hatten die Gebr. Schöndorf in Düsseldorf eine Spezialfabrik für hölzerne Bettgestelle und Inneneinrichtung gegründet und 1910 in eine AG umgewandelt. Ab 1916 stieg das Unternehmen unter neuer Adresse in die Fabrikation von Straßenbahnwagen ein, auf die sie sich ab 1933 vollständig verlagerte – die Düsseldorfer Waggonfabrik AG war gegründet!

Übernahme durch die Waggonfabrik Uerdingen AG
1935 übernahm die zwischenzeitlich in Waggonfabrik Uerdingen AG umbenannte Gesellschaft die Düsseldorfer Waggonfabrik AG komplett. Allerdings gingen nun wiederum 25 Prozent der Anteile an Talbot in Aachen. Während man sich in Uerdingen wieder auf den Bau von Eisenbahnfahrzeugen konzentrierte, wurden in Düsseldorf Straßenbahnfahrzeuge gebaut. 1959 entstand dann die DÜWAG AG (später mit Rücksicht auf das internationale Geschäft in DUEWAG AG umbenannt), nachdem die Düsseldorfer Waggonfabrik restlos in der Waggonfabrik Uerdingen aufgegangen war. Die Mehrheit der Aktien besaß danach Talbot.

Getrennte Entwicklungswege: West- und Ostdeutschland
Noch vor Gründung der "DDR" im Jahre 1949 begann in der damaligen sowjetisch besetzten "Zone" eine eigene Entwicklung im Bereich der Straßenbahnfabrikation. 1947 nahmen die Waggonfabriken in Gotha, Werdau und Wismar ihre Produktion von Straßenbahnwagen auf. Bekannt sollten später vor allem die "Gotha"- und die "LOWA"-Wagen (Lokomotiv- und Waggonbau) werden. 1965 beendete ein RGW-Beschluss ("Rat für gegenseitige Wirtschaftshilfe der Ostblockstaaten") den Bau von Straßenbahnfahrzeugen in der "DDR". Stattdessen beschaften die "DDR"-Betriebe fortan die bekannten "Tatra"-Fahrzeuge des Herstellers ČKD Tatra, Prag in der damaligen Tschechoslowakei. In West-Deutschland entwickelte sich dagegen die DUEWAG zum marktführenden Hersteller von Straßenbahnfahrzeugen.